Weihnachten 2023

Liebe Silke,

Das fünfte Weihnachtsfest ohne dich rückt näher und es tut so weh, immer wieder an dein ungelebtes Leben zu denken. So hat es im Jahr 2023 schöne Ereignisse gegeben, bei denen wir uns so sehr gewünscht hätten, du und dein Papa hätten sie miterleben können. Dein Papa durfte leider seinen 75.Geburtstag nicht mehr feiern. Und auch die Freude über den Schulabschluss von deinem Patenkind Lena, mit einem tollen Abi kurz nach ihrem 18. Geburtstag, konnten wir nicht mit euch teilen. In solchen Momenten denken wir automatisch voller Wehmut an diese Stationen in deinem Leben: an deinen 18. Geburtstag, das Ende deiner Schulzeit, deine Studienwahl und deinen weiteren beruflichen Weg … und zwangsläufig auch an das jähe Ende deines Lebens. Es macht uns immer unendlich traurig, manchmal auch wütend und fassungslos, was geschehen ist. So viele ungelebte Jahre. Deine Oma durfte in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag begehen. An ihrem 85. Geburtstag hast Du sie das letzte Mal gesehen und ihr mit deinem Geschenk eine sehr große Freude gemacht. Du hattest ihre Fernbedienung für den Fernseher benutzerfreundlicher gemacht und einige Tasten stillgelegt, so dass nur die Funktionen aktiv waren, die sie wirklich brauchte. So konnte sie sich nicht mehr in irgendwelchen Menüs verirren, aus denen sie nicht mehr herausfand. Eine geniale Idee, die ihr und ihren „Fernsehtechnikern“ aus der Familie von nun an ungestörte Fernsehabende bescherte. Noch heute haben wir das Gefühl, dass du jedes Mal dabei bist, wenn Oma fernschaut. Ein schöner Gedanke, aber ein schwacher Trost.

So neigt sich wieder ein Jahr ohne dich dem Ende zu, und beim Fest der Feste bist du nicht mehr in unserer Mitte. Wir können Dich nicht mehr an uns drücken und dir strahlend „Fröhliche Weihnachten“ zurufen, können nicht mehr die Freude über ein liebevoll erdachtes Geschenk in deinem Gesicht sehen, die starke Verbundenheit spüren, wenn wir alle unterm Weihnachtsbaum sitzen und in deinem Dank, so viel mehr mitschwingen hören, als nur die bloße Gepflogenheit.

Wir können nicht mehr Weihnachten feiern, ohne den Verlust zu empfinden. Und in jeden Versuch eine stille Freude zu empfinden, mischt sich eine tiefe Traurigkeit. Du und dein Papa fehlen uns sehr!

Ob es dem Menschen, der dir auch sehr nahestand, ebenso geht? Ob die Person bereut, was geschehen ist und sich fragt, wo die eigene Verantwortung liegt? Wir haben keine Anzeichen dafür, dass es so ist.

 

 

Für die bevorstehenden Festtage, dem Fest der Freude, der Hoffnung und der Zuversicht
wünschen wir uns:

 

Ein kleines Licht für helle Kerzen,

ein kleines Licht für dunkle Herzen,

ein kleines Licht für Fröhlichkeit

ein kleines Licht für tiefes Leid.

Du fehlst uns so sehr!

 

Deine Familie